FESTUMZUG 100 JAHRE MV WILDBAD                              12.05.2013
 

Bei Sonnenschein können's alle...

Das Wetter beim Festumzug anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Stadtkapelle Bad Wildbad toppte alles, was die Orchestervereinigung Calmbach jemals bei Umzügen erleben durfte. Selbst alt gediente Musiker erinnerten sich nicht daran, einmal bei einem Hagelsturm Spielenderweise durch die Straßen gezogen zu sein. Dabei begann alles ganz harmlos. Zur Zugaufstellung schien nach einem verregneten Vormittag endlich die Sonne. Einige Musiker nahmen zwar die "Schlechtwetter"-Barretts mit, aber man weiß ja, dass es nie regnet, wenn man den Schirm dabei hat.

Die Zugaufstellung nahm ihren Lauf, erstes Wasser tröpfelte vom Himmel. Aufgrund der äußeren Gegebenheiten wie Verkehrsumleitung, Absprachen mit Polizei und Feuerwehr und natürlich auch den Zuschauern, die sich trotz unsicherer Wetterlage zahlreich eingefunden hatten, wurde der Zug wie geplant gestartet. Vorsichtshalber nahmen die Musiker Zuflucht in Türeingängen und unter Dachvorsprüngen, damit die Uniformen zum Start nicht ganz so nass waren. Guter Vorsatz - allerdings waren kaum 100 Meter gelaufen, als der Himmel dann ganz seine Schleusen öffnete und zu den Wassermassen auch noch Wind und Hagel dazukamen. Dies alles auf einer Strecke von ca. 300 Metern, wo absolut kein schützendes Dach zu finden war. Durchnässt bis auf die Haut spielten die Musiker tapfer gegen den Hagel an und schafften es bis etwa zur Hälfte der Umzugsstrecke, die dunklen Wolken wegzublasen. Der Text des Bozener Bergsteiger-Marsches "Wo ist die Welt so groß und weit und voller SONNENSCHEIN" gewann dabei eine ganz andere Bedeutung.

 
   
 

Nass, aber mit viel guter Laune (Galgenhumor?) kam die Orchestervereinigung Calmbach dann schließlich im Kurpark an, wo man feststellte, dass es auch die anderen Umzugsteilnehmer mehr oder weniger erwischt hatte. Ein ganz dickes Dankeschön geht in diesem Zusammenhang an die Musikerin Verena Locher und ihre Freundin Melanie Eder, die spontan einen Satz Handtücher organisierten, damit Instrumente und Musiker wieder "trockengelegt" werden konnten.

Nach dieser ganz und gar unnötigen Dusche spielte sich die OVC wieder trocken, indem sie eine Stunde lang mit mitreißender Musik das Publikum in der Trinkhalle zum Schunkeln und Klatschen brachte. Äußerst wohltuend und herzerwärmend waren die anschließenden Kommentare der Zugzuschauer, die von "Ihr Armen" bis zu "Wir haben Euch echt bewundert, unter welchen Bedingungen ihr Musik macht" reichten.